Ergotherapie im RPB erleben
Eine Narbe an der Hand. Die Operation ist gut verlaufen.
Und trotzdem:
Die Flasche lässt sich nicht öffnen.
Der Reissverschluss klemmt.
Das Werkzeug liegt plötzlich schwer in der Hand.
Genau hier setzt die Ergotherapie im RPB an.

Ergotherapie – nah am Leben
Im RPB orientiert sich die Ergotherapie konsequent am Alltag der Patientinnen, Patienten und Bewohnenden. Es geht nicht um abstrakte Übungen, sondern um das, was im echten Leben zählt: sich anziehen, essen, arbeiten oder den Haushalt bewältigen.
Wie die Therapie konkret aussieht, ist dabei immer individuell. Sie richtet sich nach den persönlichen Zielen, den Lebensumständen und auch nach dem, was jemand im Alltag wirklich braucht oder vermisst.
Manchmal steht der Körper im Fokus. Dann geht es darum, Beweglichkeit zurückzugewinnen oder Kraft aufzubauen. In anderen Situationen wird die Kognition trainiert – etwa nach einer neurologischen Erkrankung, wenn Abläufe plötzlich nicht mehr selbstverständlich sind.
Oft zeigt sich der Fortschritt aber genau dort, wo man ihn direkt spürt: im Alltag.
Eine Handlung wieder selbst ausführen können. Einen Ablauf verstehen. Sicherheit gewinnen.
Dazu gehört ganz Unterschiedliches:
- Bewegungen gezielt trainieren, die im Alltag gebraucht werden
- neue Strategien entwickeln, wenn etwas nicht mehr wie früher funktioniert
- Hilfsmittel ausprobieren, die den Alltag erleichtern
- alltägliche Tätigkeiten Schritt für Schritt wieder einüben
- oder auch die Wohnumgebung so anpassen, dass sie Sicherheit gibt
Man könnte sagen: Die Ergotherapie im RPB ist wie ein Werkzeugkasten. Für jede Situation gibt es passende Ansätze – und oft ist es die Kombination, die den Unterschied macht.
Was dabei besonders wichtig ist: Die Ergotherapie findet nicht isoliert statt. Im RPB arbeiten die Fachpersonen eng zusammen. Pflege, Therapie, Arztdienst und Aktivierung greifen ineinander – wie Zahnräder, die nur gemeinsam richtig funktionieren.
Ein früher Start in den Tag
Herr A. kommt um 7.15 Uhr zur Therapie. Nach einem Bruch vor 3 Monaten wurde seine Hand eine lange Zeit ruhiggestellt, bis der Knochen wieder verheilt war. Die Folge: steife Gelenke und weniger Kraft.
Gerade für ihn als Handwerker ist das entscheidend.
In der Ergotherapie im RPB wird gezielt daran gearbeitet, Beweglichkeit und Kraft wieder aufzubauen. Zum einen durch manuelle Handgriffe seitens Ergotherapie, zum anderen aktive Dehn- und Kraftübungen für den Patient. Gleichzeitig steht der Alltag im Fokus. Bewegungen, die Herr A. bei der Arbeit braucht, werden direkt in die Therapie integriert.
Was er hier übt, kann er später zu Hause oder im Beruf anwenden. Genau diese Verbindung macht den Unterschied.
Falls notwendig, werden für unsere Patientinnen und Patienten auch Handschienen individuell angepasst.
Selbstständigkeit zurückgewinnen
Am Vormittag geht es auf die Pflegeabteilung.
Frau B. lebt nach einem Schlaganfall im RPB. Viele alltägliche Tätigkeiten sind für sie zur Herausforderung geworden. Waschen, anziehen oder essen – alles braucht mehr Zeit und Energie. Und doch ist ihr eines besonders wichtig: ihre Selbstständigkeit.
Deshalb wird genau das trainiert. Direkt im Alltag. Der Weg führt vom Bett ins Badezimmer, Schritt für Schritt. Bewegungen werden eingeübt, Abläufe wieder aufgebaut.
Am Anfang braucht Frau B. noch Unterstützung, da Abläufe nicht mehr wie gewohnt funktionieren. Die Ergotherapie nimmt Teilschritte des ganzen Prozesses ab, sodass nur einzelne Sequenzen beübt werden. Nach und nach gelingen immer mehr Handgriffe selbstständig und die Therapeutin nimmt sich zurück.
Ein Pullover, der wieder alleine angezogen werden kann.
Die Zahnpasta, die eigenständig auf der Bürste landet.
Es sind diese kleinen Fortschritte, die im Alltag Grosses bewirken.
Wenn Hilfsmittel den Unterschied machen
Am Mittag zeigt sich eine andere Facette der Ergotherapie im RPB.
Herr C. lebt mit einem starken Tremor. Das Zittern erschwert ihm das Essen erheblich. Eine einfache Bewegung wird zur Herausforderung. Bevor Lösungen gesucht werden, wird genau beobachtet. Wie sitzt er? Was funktioniert bereits? Welche Strategien nutzt er? Dann kommt ein spezielles Besteck zum Einsatz. Durch das zusätzliche Gewicht wird das Zittern ausgeglichen.
Das Ergebnis:
Herr C. kann wieder selbstständig essen. Vielleicht langsamer – aber eigenständig.
Und genau das zählt.
Zu Hause zählt es wirklich
Am Nachmittag steht eine Domizilbehandlung an. Ergotherapie findet hier direkt im Zuhause der Patientinnen und Patienten statt.
Frau D. lebt nach einem Schlaganfall mit einer eingeschränkten Handfunktion. Viele Aufgaben erledigt sie nur noch einhändig. Kochen, eigentlich eine Selbstverständlichkeit, wird hier zur Herausforderung. Denn sich selbst versorgen oder Gäste einladen wird hier zur Herausforderung.
In ihrer eigenen Küche wird deshalb gemeinsam geschaut, was möglich ist. Hilfsmittel wie ein Nagelbrett helfen ihr, Gemüse sicher zu schneiden.
Doch entscheidend ist nicht das Hilfsmittel allein. Es geht darum, Sicherheit im eigenen Haushalt zu gewinnen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurückzubekommen.
Denn erst, wenn etwas zu Hause funktioniert, wird es wirklich alltagstauglich.
Viele Wege, ein Ziel
Genau das macht die Ergotherapie im RPB aus:
Sie passt sich an.
Manchmal geht es um Kraft und Bewegung.
Manchmal um Konzentration und Planung.
Manchmal um kleine Tricks, die den Alltag plötzlich erleichtern.
Und oft ist es eine Kombination aus allem:
üben, anpassen, ausprobieren, neu denken.
Immer mit dem gleichen Ziel:
Menschen dabei unterstützen, ihren Alltag wieder selbst zu gestalten.
Fazit: Alltag ist die beste Therapie
Die Ergotherapie im RPB findet nicht nur im Therapieraum statt. Sie passiert überall dort, wo Leben stattfindet.
Im Badezimmer.
Am Esstisch.
In der Küche.
Oder bei der Arbeit.
Sie macht den Alltag wieder greifbar – im wahrsten Sinn des Wortes.
Ergotherapie und Physiotherapie stehen sowohl unseren Bewohnenden, Mietenden als auch ambulanten Patientinnen und Patienten mit ärztlicher Verordnung offen.